Stets offenes Ohr für die Belange der Landwirtschaft

01.04.2019 Etwa 60 Obmänner des Bayerischen Bauernverbandes waren der Einladung von Landrätin Tanja Schweiger zum diesjährigen Informationsgespräch im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes gefolgt. Gemeinsam mit Kreisobmann Johann Mayer und BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann wurden in der dreistündigen Aussprache ein gutes Dutzend Einzelthemen besprochen. Für viele Bereiche, so Johann Mayer, seien das Land, der Bund oder die Europäische Union zuständig. Dort aber, wo das Landratsamt selbst Handlungsmöglichkeiten habe, versuche man stets zu Konsenslösungen zu kommen. Dafür wolle er sich bei Landrätin Tanja Schweiger herzlich bedanken.

Viele Themen kamen zur Sprache beim Informationsaustausch zwischen Landratsamt und Bayer. Bauernverband, von links: BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann, BBV-Kreisobmann Johann Mayer, Landrätin Tanja Schweiger, Dr. Timm Waldmann, Leiter der Abteilung für Öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt Regensburg. (Foto: LRA Regensburg, Hans Fichtl)
Viele Themen kamen zur Sprache beim Informationsaustausch zwischen Landratsamt und Bayer. Bauernverband, von links: BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann, BBV-Kreisobmann Johann Mayer, Landrätin Tanja Schweiger, Dr. Timm Waldmann, Leiter der Abteilung für Öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt Regensburg. (Foto: LRA Regensburg, Hans Fichtl)

Landrätin Tanja Schweiger betonte die große Bedeutung der Landwirtschaft für den Landkreis Regensburg. Die Landwirte seien nicht nur Nahrungsmittelproduzenten, sie seien Landschaftspfleger ebenso wie die Bewahrer der attraktiven und hochwertigen Kulturlandschaften im Landkreis. Eine Erkenntnis aus dem erfolgreichen Volksbegehren sei sicher auch, welch zunehmende Bedeutung der Arten- und Landschaftsschutz – überhaupt der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen - für große Teile der Bevölkerung mittlerweile habe. Auch der Landkreis Regensburg leiste hier auf vielen Tätigkeitsfeldern einen großen Beitrag. Etwa mit dem Landschaftspflegeverband oder dem OGV-Kreisverband, ebenso mit den vielfältigen Initiativen des im Landratsamt installierten Klimaschutzmanagements, mit dem sehr erfolgreichen Energiemanagement für alle landkreiseigenen Gebäude, mit dem eCarsharing – Projekt der landkreiseigenen Energiegenossenschaft oder mit dem engagierten Regionalmanagement. All dies solle in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung – oder gerade deswegen – den besonderen Stellenwert der Landwirtschaft für den Landkreis Regensburg betonen und deren Bedeutung auch für die Zukunft hervorheben.

Themen des „Bauern-Kreistags“ im Landratsamt waren unter anderem:

Elektro-Betäubungszangen für Schweine:

Der hohe Kostenaufwand für die EU-rechtlich vorgeschriebene Beschaffung neuer beziehungsweise für die Nachrüstung vorhandener Geräte könne insbesondere bei Kleinbetrieben zur Aufgabe des Schlachtbetriebs führen. Sinnvoll wäre nach Auffassung des Bauernverbandes daher eine Befreiung für kleine Schlachtbetriebe bis zu einer noch festzulegenden Zahl von Schlachtungen pro Jahr. Landrätin Tanja Schweiger sicherte zu, sich mit einem Schreiben an die bayerische Landwirtschaftsministerin zu wenden.

Feldbewässerung über Brunnen:

Die zunehmend restriktiver werdende Haltung des Wasserwirtschaftsamtes Regensburg, etwa was das Verbot der Bewässerung tagsüber betrifft, wird vom Bauernverband insofern kritisiert, als die Landwirte so zu Nachtzeiten und somit rund um die Uhr im Einsatz sein müssten zur Betreuung und zum ständigen Umbau der Bewässerungstechnik. Auch hätten Anwohner die von den Bewässerungsanlagen ausgehenden Lärmbelästigungen schon zur Anzeige gebracht. Landrätin Tanja Schweiger kündigt ein Gespräch zwischen der Fachabteilung des Landratsamtes und dem Wasserwirtschaftsamt Regensburg an, ob Kompromisslösungen bei den Bewässerungszeiten möglich sind.

Auffüllungen mit Bodenaushub:

Schon aufgrund des hohen Eigeninteresses der Landwirte zum Schutz von Boden und Wasser sollten nach Auffassung des Bauernverbandes Erleichterungen für das Ausbringen von Bodenaushub angestrebt werden, insbesondere auch was den administrativen Aufwand und dessen Zeitvorlauf betrifft. Landrätin Tanja Schweiger kündigt eine Nachfrage an das bayerische Umweltministerium zum Umsetzungsstand des von der Bayerischen Staatsregierung im April 2018 beschlossenen 6-Punkte-Maßnahmenplans an, mit dem - so die Intention der Staatsregierung - unter Beibehaltung des Grundwasserschutzes eine Entspannung am freien Entsorgungsmarkt beim Umgang mit Bodenaushub erreicht werden sollte.

Kategorien: Landkreis