Landkreis Regensburg startet große ÖPNV – Offensive

Stellten bei einer Pressekonferenz im Regensburger Landratsamt das ÖPNV-Maßnahmenpaket vor, das ab 2020 zu einer deutlichen Verbesserung des ÖPNV-Angebotes im Landkreis Regensburg führen wird: Landrätin Tanja Schweiger und Josef Weigl, Geschäftsführer der landkreiseigenen Nahverkehrsgesellschaft GFN (Foto: Hans Fichtl).
Stellten bei einer Pressekonferenz im Regensburger Landratsamt das ÖPNV-Maßnahmenpaket vor, das ab 2020 zu einer deutlichen Verbesserung des ÖPNV-Angebotes im Landkreis Regensburg führen wird: Landrätin Tanja Schweiger und Josef Weigl, Geschäftsführer der landkreiseigenen Nahverkehrsgesellschaft GFN (Foto: Hans Fichtl).

12.12.2019 Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket will die landkreiseigene Nahverkehrsgesellschaft GFN ab 2020 das ÖPNV-Angebot im Landkreis Regensburg sowohl qualitativ als auch quantitativ erheblich verbessern und so die Konkurrenzfähigkeit des ÖPNV im Vergleich zum Autoverkehr deutlich steigern.

Das Maßnahmenpaket erfordert einen Kostenaufwand von jährlich etwa zwei Mio. Euro. Der Freistaat Bayern leistet dazu aus Mitteln des Mobilitätspakts eine Zuwendung bis zu 50 Prozent, und zwar beginnend ab 2020 über einen Zeitraum von fünf Jahren. Landrätin Tanja Schweiger und GFN-Geschäftsführer Josef Weigl stellten das Maßnahmenpaket gestern bei einer Pressekonferenz im Regensburger Landratsamt vor.

„Mit diesem wuchtigen Maßnahmenpaket“, so Landrätin Tanja Schweiger , „heben wir auf vielen Linien den ÖPNV-Standard auf ein neues Niveau. Wir erreichen eine erhebliche Verbesserung des ÖPNV-Angebotes, von der viele Bürgerinnen und Bürger profitieren werden. Das Maßnahmenpaket steigert die Attraktivität des ÖPNV in erheblichem Umfang, so dass wir so mehr Menschen zum Umsteigen animieren können. Dem Landkreis kostet dieses Maßnahmenpaket trotz der großzügigen Förderung des Freistaats Bayern immerhin noch etwa eine Million Euro jährlich. Viel Geld, das wir aber gerne investieren, weil so eine substanzielle Stärkung des ÖPNV erreicht und damit ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssituation des gesamten Großraums Regensburg geleistet werden kann.“

Geschäftsführer Josef Weigl stellte die Angebotsverbesserungen im Einzelnen vor. Einige Maßnahmen könnten bereits zum 01.02.2020 starten, die weiteren dann im Laufe des Jahres 2020 – so der anspruchsvolle Zeitplan. Mit dem Maßnahmenpaket, dem umfangreichsten in der Geschichte der GFN, könnten beispielsweise auf vielen weiteren Linien erstmals durchgängige Stunden- oder Halbstundentakte angeboten werden, es gebe neue Schnellfahrten ebenso wie neue Tangentialverbindungen oder zusätzliche Fahrten am Abend oder an Wochenenden. Im Raum Lappersdorf könne sogar eine vollständige Neuordnung der Linienverkehre vorgenommen werden. „Die Grundausrichtung und vorrangige Zielsetzung dieses Maßnahmenbündels ist, den ÖPNV im Landkreis Regensburg hochwertiger, schneller, direkter und so noch mehr am Bedarf der Kundinnen und Kunden orientiert zu gestalten.“ Die Angebotsverbesserungen nun innerhalb der selbst gesteckten Zeitziele umzusetzen, sei eine große Herausforderung, denen sich die Nahverkehrsgesellschaft mit den Verkehrsunternehmern in der Region aber gerne stelle.

Folgende Maßnahmen sollen zum 01.02.2020 starten:

  • Neukonzeption und Optimierung der Linienverkehre im Raum Lappersdorf mit durchgängigem 20‑Minuten-Takt von Montag bis Freitag auch für Oppersdorf und Kareth; mit verbessertem Angebot am Wochenende auch für die angrenzende Gemeinde Wolfsegg sowie eine Anbindung von Lappersdorf an Regenstauf
  • Linie 28 „Hemau – Nittendorf – Regensburg“,Verdichtung des Angebotes von Montag – Freitag zu einem 30-Minuten-Takt mit Schnellfahrten und einem Abendangebot nach 20.30 Uhr in die Region
  • Linie 23 „Sünching – Mintraching – Regensburg“,durchgängiger 1-Stunden-Takt von Montag – Freitag und neues Angebot an Sonn- und Feiertagen
  • Linie 25 „Langquaid – Schierling – Eggmühl“ als Zubringer zum Bahnhof Eggmühl,neues Angebot an Sonn- und Feiertagen,  in möglicher Zusammenarbeit mit dem Landkreis Kelheim
  • Linie 34 „(Falkenstein –) Bernhardswald – Wenzenbach – Regensburg“,durchgängiger 1-Stunden-Takt von Montag – Freitag und Verbesserung des Angebots am Wochenende
  • Verbesserung von Tangentialverbindungen,wie etwa die Anbindung von Regendorf an Zeitlarn und von Steinsberg/Eitlbrunn/Loch an Regenstauf

Diese Maßnahmen werden im Laufe des Jahres 2020 umgesetzt (konkreter Zeitplan wird derzeit erarbeitet):

  • Linie 30/31 „Regensburg – Neutraubling – Regensburg“, Maßnahmen zur Fahrplanstabilität und Optimierung im Abend- und Spätverkehr sowie am Wochenende
  • Linie 33 „(Straubing –) Schönach – Pfatter – Regensburg“,Überarbeitung und Verdichtung des Angebots sowie Einrichtung einer Umsteigemöglichkeit in Barbing auf die Linien 30/31 von und nach Neutraubling
  • Neues Angebot an Sonn- und Feiertagen auf der Linie 15 im Abschnitt „Steinsberg – Eitlbrunn – Loch“
  • Überarbeitung und Verdichtung des Angebots an Samstagen auf verschiedenen Linien
  • Einrichtung von Abendfahrten gegen 22.45 Uhr ab Regensburg in die Region auf den Taktlinien 15, 16, 23/24, 26, 28, 34 und 41
  • Lückenschluss bei den Taktverkehren durch zusätzliche Fahrten, etwa bei den Linien 20 und 22

Die Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit den Gemeinden und den Verkehrsunternehmen als Partner in der Region. Auch die angrenzenden Land­kreise werden in die Planungen mit einbezogen.

Hintergrund:

GFN – die landkreiseigene Nahverkehrsgesellschaft

Die GFN plant, organisiert und finanziert für den Land­kreis Regensburg den Regionalbusverkehr im RVV.

Wagen-km-Leistung:

2010       6,925 Mio. km

2015       7,084 Mio. km

2018:      7,424 Mio. km

2019:      7,544 Mio. km

2020 (geplant)    8,769 Mio. km
 

Kategorien: Landkreis