Großes Lob für Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) im Jugendkreistag

Der Jugendkreistag des Landkreises Regensburg hat sich im Landratsamt zu seiner achten Sitzung getroffen. (Foto: Astrid Gamez)
Der Jugendkreistag des Landkreises Regensburg hat sich im Landratsamt zu seiner achten Sitzung getroffen. (Foto: Astrid Gamez)

20.12.2019 Von sehr guten Erfahrungen mit der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) berichteten die Mitglieder des Jugendkreistages in ihrer Sitzung am 18. Dezember im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes. Dass eine Ausweitung auch auf Gymnasien wünschenswert wäre, darüber war sich das Gremium mit Landrätin Tanja Schweiger, Jugendamtsleiter Werner Kuhn und JaS-Chefin Yvonne Hruby einig. Neben dem obligatorischen Top-Thema ÖPNV diskutierten die Jugendkreisräte außerdem die anstehenden Baumaßnahmen an der Realschule Regenstauf und weitere Anträge. Zweimal im Jahr tritt der Jugendkreistag zusammen, diesmal bereits zum achten Mal. Neben 35 Jugendlichen aus 23 Schulen verfolgten auch Vertreterinnen und Vertreter der Kreistagsfraktionen sowie von Organisationen der Jugendarbeit die Tagesordnungspunkte.

Ganz oben stand – nach dem Kurzbericht aus der Kreistagssitzung – der Punkt Neues zum ÖPNV. „Die Zeichen stehen gut, dass wir zum September 2020 das 365-Euro-Ticket für Schülerinnen und Schüler und Azubis einführen können“, kündigte Landrätin Tanja Schweiger an. Sie stellte dar, warum es von der politischen Willensbekundung zum 1-Euro-pro-Tag-Ticket durch Ministerpräsident Markus Söder bis zur Umsetzung an die eineinhalb Jahre dauert. „Da sind sehr viele Verhandlungspartner beteiligt.“ Busunternehmen und Nachbarlandkreise, die zum RVV gehören, sowie „komplexe Querverbindungen in der Finanzierung“ müssten mit einbezogen werden. „Wir befördern jedes Jahr 8.000 Schülerinnen und Schüler“, so die Landrätin, „und organisieren dafür Fahrkarten in Höhe von sechs Millionen Euro“. Darüber hinaus gibt der Landkreis für den ÖPNV inzwischen jährlich rund fünf Millionen Euro aus.  

365-Euro-Ticket und ÖPNV-Offensive

Zwei Millionen Euro jährlich nimmt der Landkreis Regensburg ab 2020 zusätzlich für umfangreiche Angebotsverbesserungen im Regionalbusverkehr in die Hand. Der Freistaat Bayern leistet dabei eine Zuwendung von 50 Prozent. Die wichtigsten Punkte dieser Angebotsoffensive stellte Josef Weigl, Geschäftsführer des Regensburger Verkehrsverbunds (RVV) und der landkreiseigenen Nahverkehrsgesellschaft GFN, dem Jugendkreistag vor. Weigl: „Das ist eine tolle Geschichte, gerade für euch. Es gibt auch wesentliche Verbesserungen in den Tagesrandlagen und am Wochenende.“ Mit dem Maßnahmenpaket, dem umfangreichsten in der Geschichte der GFN, könnten beispielsweise auf vielen weiteren Linien erstmals durchgängige Stunden- oder Halbstundentakte angeboten werden. Im Raum Lappersdorf könne sogar eine vollständige Neuordnung der Linienverkehre vorgenommen werden.

„Warum werden die Kosten für die Schulwegbeförderung nur bis zur 10. Klasse übernommen?“, so eine Frage aus dem Gremium. Landrätin Tanja Schweiger erklärte dies mit der Anbindung an die gesetzliche Schulpflicht. Daher gewährt auch der Freistaat Bayern den Zuschuss nur bis zur 10. Klasse. Für Einzelfälle gebe es aber einen Härtefallausgleich. Die letzte Zugverbindung am Abend von Parsberg nach Regensburg war erneut Thema im Gremium, da der Wunsch besteht, dass zum Beispiel Haltestellen in Laber oder Deuerling angefahren werden. Bisher orientiert sich der Regionalzug zeitlich am Anschluss in Prüfening mit Umstiegsmöglichkeit nach Ingolstadt. Die bayerische Eisenbahngesellschaft werde weitere Haltestellen in ihrem neuen Fahrplan zum Dezember 2022 berücksichtigen, kündigte Josef Weigl an. Der GfN-Geschäftsführer warb um Verständnis für die Langfristigkeit bei Planänderungen der DB, die ja ein überregionales Netz abstimmen müsse. „Insgesamt sind wir zuversichtlich, was den Schienenverkehr betrifft, aber da sind dickere Bretter zu bohren.“

Ein Thema, das ebenfalls wiederholt angesprochen wurde – konkret im Fall Regenstauf und der Linie 142 – sind die Stehplätze in Bussen. „Die Begutachtungsstellen wie TÜV oder DEKRA legen diese Plätze fest“, erklärte Landrätin Tanja Schweiger. „Wir haben im Landkreis die politische Vorgabe, nicht alle zugelassenen Stehplätze auszunutzen.“ Wären nur Sitzplätze erlaubt, hieße das im Umkehrschluss, „dass der ÖPNV auch Fahrgäste an den Haltestellen stehen lassen müsste, wenn die Plätze voll sind“. Auch logistisch sei es nicht ganz einfach, die Fahrgäste gleichmäßig zu verteilen, wenn etwa – nach Schulschluss – mehrere Busse für die gleiche Route im Einsatz sind, so Josef Weigl. Der RVV-Chef versprach aber, die Sachlage auf der Linie 142 zu überprüfen.     

Zehn Jahre JaS – eine Erfolgsgeschichte

Seit zehn Jahren gibt es die Jugendsozialarbeit an der Schule (JaS) im Landkreis Regensburg. Aktuell unterstützen 35 Fachkräfte an 28 Grund-, Mittel- und Realschulen sowie Sonderpädagogischen Förderzentren und dem BSZ Regensburger Land junge Menschen dabei, auf ihrem Entwicklungs- und Bildungsweg Hürden im schulischen, persönlichen oder familiären Umfeld zu überwinden. „Ihr könnt mit allem zu JaS kommen und wir versuchen dann, mit euch den besten Weg zu finden“, appellierte JaS-Leiterin Yvonne Hruby an die Jugendkreisräte als Multiplikatoren. JaS ist eine Filiale der Jugendhilfe vor Ort, so ihre Definition. Mit der strukturellen Bündelung des JaS-Personals beim Landkreis und der frühen Ausweitung auf Grund- und Realschulen ab 2012 und 2015 habe der Landkreis eine Vorreiterrolle übernommen. „Wir sind alle der Meinung, dass es JaS an allen Schulen braucht“, erklärte Yvonne Hruby, leider fördere der Freistaat Bayern JaS an Gymnasien aber nicht – noch nicht. Eine Einführung an Gymnasien durch den Landkreis auf eigene Kosten, könne finanziell dauerhaft Nachteile mit sich bringen, da damit auch in Zukunft keine Zuschüsse mehr beantragt werden könnten. Auf ihre Frage nach Erfahrungen mit JaS-Fachkräften kamen durch die Bank positive Rückmeldungen. „Sie ist wie eine Freundin an der Schule“ und „Jeder hatte das Gefühl, dass sie uns versteht“ waren zwei davon.     

Großprojekt: Neubau der Realschule Regenstauf

Kreiskämmerin Petra Grimm zeigte den Zeitablauf beim Neubau der Realschule Regenstauf auf. Im Frühjahr 2021 beginnt der Neubau der Turnhalle, dann folgt der Abriss der alten, so dass der Sportbetrieb für Schule und Vereine aufrecht erhalten werden kann. Ab 2023 kann dann mit dem Bau der neuen Schule begonnen werden. Eine Generalsanierung wäre inneffektiver und teurer, so Petra Grimm. Die Kreiskämmerin stellte fest: „Wir haben am Schluss ein neues Schulgebäude, das auch energetisch top und auf dem neuesten Stand ist.“

Weitere Punkte auf der Agenda waren zwei Anträge des BSZ Regensburger Land. Zum einen möchte die Schule eine Digitalkamera für ihre Dokumentations- und Öffentlichkeitsarbeit, die vom Landkreis finanziert wird und mit Beschluss des Gremiums nun angeschafft werden kann. Zum anderen besteht seit längerem der Wunsch nach einem Schülercafé im Mehrzweckraum bei der Aula, dessen weitere Planung unter anderem bisher durch das fehlende Brandschutzkonzept ausgebremst war. Landrätin Tanja Schweiger sagte einen Gesprächstermin mit allen Beteiligten an der Schule für Anfang 2020 zu. Einen weiteren Ortstermin soll es am Schulzentrum in Regenstauf geben, um speziell die Haltestellensituation an der Hauzensteiner Straße zu prüfen. Hier hatten Schüler beklagt, dass die Markierung der Haltelinie noch nicht erneuert sei und es durch Drängeln und Schubsen zu gefährlichen Situationen komme.   

Die nächste Sitzung des Jugendkreistags wird voraussichtlich in der Woche vor den Sommerferien, am Mittwoch, 22. Juli 2020, stattfinden.

Kategorien: Landkreis

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